Highlights der EDTA 2011 in Prag
EDTA 2011 - Fresenius Medical Care Lunch Symposium
Der diesjährige ERA-EDTA (European Renal Association – European Dialysis and Transplant Association)-Kongress fand vom 23. – 26. Juni 2011 in Prag statt. Auch in diesem Jahr veranstaltete Fresenius Medical Care wieder ein Lunch Symposium, diesmal mit dem Titel “Transforming Research into Daily Practice – Tackling the Cardiovascular Challenge in Haemodialysis”.
Den Vorsitz übernahmen Dr. A. Ferreira (Portugal) und Dr. A. Martin-Malo (Spanien). Sie konnten mehr als 1000 Nephrologen aus aller Welt willkommen heißen.
Professor D. Cusi aus Mailand, Italien, eröffnete das Symposium. In seiner Präsentation sprach er über die hohe Morbidität und Mortalität bei Hämodialyse-Patienten. Diese Patienten leiden signifikant häufiger an kardiovaskulären Erkrankungen als Patienten gleichen Alters aus der allgemeinen Bevölkerung. Für die hohe Mortalitätsrate sind, zusätzlich zu den allgemeinen Risikofaktoren der allgemeinen Bevölkerung, Störungen des Flüssigkeits- und Elektrolyt-Haushalts, des Mineral- und Knochenstoffwechsels sowie Inflammation verantwortlich.
Dr. P. Blankestijn (Utrecht, Niederlande), einer der Principal Investigators der internationalen Convective Transport Studie (CONTRAST), betonte die Bedeutung der Konvektionstherapie, insbesondere Online-HDF. Die Kombination von diffusem und konvektivem Transport führt zu einer verbesserten Entfernung von ß2-Mikroglobulin, zu einer verbesserten Kontrolle des Kalzium-/Phosphatspiegels, sowie zu einer verbesserten intradialytischen hämodynamischen Stabilität. Dies wiederum führt zu einer Verbesserung wichtiger prognostischer Variablen, wie Gesamtmortalität, kardiovaskuläre Morbidität und/oder Lebensqualität.
Der nächste Vortrag wurde von Professor E. Ok (Izmir, Türkei) gehalten, der für verschiedene kürzlich durchgeführte große klinische Studien mit HD-Patienten verantwortlich ist. Gemeinsam mit verschiedenen Dialysekliniken innerhalb des Fresenius Medical Care-Netzwerks wurden wichtige Ergebnisse zusammengetragen, die zu einer verbesserten Prognose bei der HD-Behandlung beitragen werden.
In der über ein Jahr dauernden “Long Dialysis Studie” wurde die HD-Behandlungsdauer von 8 Stunden mit der über 4 Stunden bei 494 prävalenten HD-Patienten verglichen. Primärer Endpunkt war die Gesamtmortalität. Eine lange Dialysezeit von 8 Stunden war mit einer Risikoreduzierung der Gesamtmortalität um 72% assoziiert, verglichen mit einer 4-stündigen konventionellen HD-Behandlung, p = 0,02.
Die prospektive, randomisierte, kontrollierte EGE (Universität)-Studie untersuchte die Wirkung des Membranflux und der Dialysatqualität hinsichtlich kardiovaskulärer Erkrankungen. 704 HD-Patienten wurden der Behandlung mit High-flux- oder mit Low-flux-Dialysatoren und ultrapurem Dialysat (UD) oder Standarddialysat (SD) zugewiesen. Die Kombination aus High-flux-Dialysatoren und UD ergab eine höhere Überlebensrate im Vergleich zu den drei anderen untersuchten Gruppen.
Die abschließende Präsentation hielt Dr. Ch. Chazot (Tassin, Frankreich). Er wies auf die Bedeutung des Sodiumhaushaltes bei der chronischen Niereninsuffizienz hin: Überwässerung und Salzüberschuss führen zu kardiovaskulärem Remodelling mit einer hohen Prävalenz von Hypertension und linksventrikulärer Hypertrophie. Mit Hilfe des Multifrequenz-Bioimpedanz-Geräts BCM-Body Composition Monitor konnte er zeigen, dass HD-Patienten mit Überwässerung einem signifikant höheren Mortalitätsrisiko ausgesetzt waren als Patienten, die das vorgeschriebene Trockengewicht erreichten.
Karla Bröhl
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